26.06.2026
KI in Unternehmen

Eine Entwicklung fällt mir aktuell besonders auf:
Bei KI sprechen viele Unternehmen noch sehr operativ.
Welche Tools nutzen wir?
Welche Modelle liefern die besten Ergebnisse?
Welche Prozesse können wir automatisieren?
Diese Fragen sind wichtig.
Aber sie greifen zu kurz.
Denn mit jeder KI-Anwendung entstehen auch neue Abhängigkeiten.
Von Cloud-Infrastrukturen.
Von Modellanbietern.
Von Datenzugängen.
Von Chip-Lieferketten.
Von Energienetzen.
Und zunehmend auch von regulatorischen Entscheidungen.
Gerade in Europa wird deshalb eine andere Frage wichtiger:
Wie handlungsfähig bleiben wir, wenn zentrale KI-Dienste ausfallen, eingeschränkt werden oder fremder Kontrolle unterliegen?
Für Unternehmen geht es bei KI deshalb nicht nur um Effizienz.
Es geht auch um digitale Souveränität.
Um Resilienz.
Und um die Fähigkeit, Technologie so einzusetzen, dass sie langfristig beherrschbar bleibt.
Eine aktuelle McKinsey-Studie beschreibt sehr treffend, dass Wettbewerbsvorteile nicht allein durch die Technologie selbst entstehen. Entscheidend ist, was Unternehmen daraus machen:
mit eigenen Daten, klaren Prozessen, Vertrauen, Netzwerken und Umsetzungsgeschwindigkeit.
In Gesprächen sehe ich aktuell zwei Bewegungen.
Die einen arbeiten noch an Konzepten.
Die anderen sammeln bereits Erfahrungen.
Sie testen Anwendungen.
Automatisieren kleine Abläufe.
Verändern Arbeitsweisen.
Und lernen mit jedem Experiment dazu.
Aber die nächste Stufe wird sein, diese Erfahrungen strategisch einzuordnen:
Welche KI-Kompetenzen brauchen wir selbst?
Wo dürfen wir abhängig sein?
Und wo müssen wir bewusst Alternativen aufbauen?
Vielleicht wird genau das zur entscheidenden Fähigkeit der kommenden Jahre:
KI schnell nutzen.
Aber gleichzeitig souverän bleiben.
Wie erlebt ihr das aktuell in euren Organisationen?



